Bangkok — Ministerpräsident Srettha Thavisin erklärte heute die Entschlossenheit der Regierung, das chronische Problem der informellen Verschuldung anzugehen, das viele Menschen betrifft. Dazu mobilisiert die Regierung die Polizei, lokale Behörden landesweit und das Finanzministerium, um bei der Vermittlung von Regelungen für informelle Schulden zwischen Gläubigern und Schuldnern behilflich zu sein. Dabei sollen faire Lösungen gefunden werden, die es den Schuldnern ermöglichen, ihre Würde zu wahren.
Bei einer Pressekonferenz im Regierungshaus, an der Innenminister Anutin Charnvirakul sowie Vertreter der Polizei und des Finanzministeriums teilnahmen, erklärte der Ministerpräsident, dass die Regierung einen anderen Ansatz als frühere Regierungen verfolge, um das Problem der informellen Verschuldung anzugehen. Es handele sich um einen koordinierten Einsatz mehrerer wichtiger Parteien, insbesondere der Polizei und der lokalen Behörden, die mit dem Problem vertraut sind, sowie der Gläubiger und Schuldner, wobei die Regierung den Kern des Schuldenvermittlungsprozesses bildet.
Er warnte zudem davor, dass der Ansatz der Regierung nicht alle Probleme der informellen Verschuldung lösen könne und Menschen nicht davon abhalten werde, in den Teufelskreis der Schulden zurückzufallen. Dennoch hoffe er, dass sich das Problem erheblich lindern werde, wenn sich die Wirtschaft erholt.
Die Regierung schätzte den Umfang der informellen Verschuldung auf etwa 50 Milliarden Baht, was er zugab als möglicherweise zu hoch, betonte jedoch, dass diesem Problem besondere Aufmerksamkeit geschenkt werde, da viele Menschen betroffen seien und die Rückzahlung der Schulden oft endlos erscheine.
Er bezeichnete die informelle Verschuldung als “eine moderne Form der Sklaverei”, die vielen Menschen ihre Freiheit und Träume von einem besseren Leben genommen habe. Für die Gläubiger, von denen viele “einflussreiche” Personen sind oder Gewalt oder Einschüchterung gegenüber den zahlungsunfähigen Schuldnern anwenden, warnte er, dass sie streng nach dem Gesetz behandelt werden.
Was die Zinssätze betrifft, sagte er, dass bei einer Vermittlung der informellen Schulden der maximale Zinssatz bei 15% pro Jahr liegen sollte. Zudem werde die Schulden erlassen, wenn festgestellt wird, dass der Schuldner bereits einen Betrag zurückgezahlt hat, der den ursprünglichen Schuldenbetrag weit übersteigt.
Hinsichtlich der Polizei und der lokalen Behörden, insbesondere der Bezirksvorsteher, die eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung zwischen Gläubigern und Schuldnern spielen, betonte der Ministerpräsident die Notwendigkeit eines klaren Arbeitsprozesses, um Überschneidungen zu vermeiden, und forderte eine klare Trennung der Zuständigkeiten.
Er betonte auch die Notwendigkeit eines zentralen Datensystems und des Einsatzes von Technologie für eine effizientere Arbeitsweise.
Der Ministerpräsident kündigte an, dass er sich mit den Bezirksvorstehern und Polizeichefs aus dem ganzen Land treffen werde, um ihre Verantwortung zur Bewältigung des Problems der informellen Verschuldung zu betonen. Dabei sollen Ergebnisse anhand eines Leistungsindex (KPI) verfolgt werden.
Innenminister Anutin sagte unterdessen, dass informelle Schuldner ab dem 1. Dezember in allen Provinzverwaltungen, Bezirksämtern und Damrongtham-Zentren um Hilfe bitten können.