Bangkok — Die Aufregung um den umstrittenen Krankenhausaufenthalt des ehemaligen Premierministers Thaksin Shinawatra geht in die nächste Runde: Vize-Gesundheitsminister Thanakrit Jitareerat hat dem Thailändischen Medizinrat eine 15-Tage-Frist gesetzt, um entscheidende Dokumente vorzulegen. Diese sollen klären, ob drei behandelnde Ärzte Thaksins Gesundheitszustand falsch darstellten, um seinen sechsmonatigen Aufenthalt in einer VIP-Suite des Police General Hospital zu rechtfertigen.
VIP statt Gefängnis
Warum die Ärzte jetzt zittern
Thaksin, der nach 15 Jahren im Exil im August 2023 zurückkehrte, sollte eigentlich eine einjährige Haftstrafe (ursprünglich acht Jahre, begnadigt) antreten. Doch wegen angeblicher gesundheitlicher Probleme verbrachte er die Zeit stattdessen in einem privaten Krankenhauszimmer — auf eigene Kosten. Kritiker vermuten jedoch Beziehungsgeflechte und Sonderbehandlung.
Somsak als Schiedsrichter
Kann er die Entscheidung blockieren?
Gesundheitsminister Somsak Thepsutin, Ehrenvorsitzender des Medizinrats, wird die endgültige Entscheidung treffen. Bis zum 30. Mai muss er sich zwischen zwei Optionen entscheiden:
- Die Disziplinarmaßnahmen gegen die Ärzte absegnen oder
- Ein Veto einlegen — was dann eine Zwei-Drittel-Mehrheit des 70-köpfigen Medizinrats bräuchte, um überstimmt zu werden.
Transparenz oder politisches Kalkül? Die große Frage
Thanakrit betont, das 10-köpfige Prüfgremium arbeite neutral und dokumentenbasiert — doch die Öffentlichkeit bleibt skeptisch. Ein Mitglied soll sogar voreingenommen sein. Parallel läuft ab Juni eine Untersuchung des Obersten Gerichtshofs, ob Thaksins Strafe überhaupt ordnungsgemäß vollzogen wurde. Auch seine Tochter, Premierministerin Paetongtarn Shinawatra, wird aussagen.
Ein medizinischer Fall mit politischer Sprengkraft
Ob Thaksin wirklich so krank war oder ob hier Machtmissbrauch vorlag, könnte bald geklärt sein. Eines ist sicher: Die Ärzte stehen am Pranger — und Somsaks Entscheidung wird Wellen schlagen.