Wie gestaltet sich nach einem Jahr das Versprechen von Gouverneur Chadchart, ein lebenswertes Bangkok zu schaffen?

In seinem ersten Jahr als Gou­verneur von Bangkok hat Chad­chart Sit­tipunt seine Stadtver­wal­tung mobil­isiert, um ver­schiedene Kle­in­st­prob­leme in der Haupt­stadt anzuge­hen, aber es ist ihm nicht gelun­gen, die von den Bangkok­ern erhofften greif­baren Verän­derun­gen her­beizuführen. Eine vom Nation­al Insti­tute of Devel­op­ment Admin­is­tra­tion (NIDA) vom 24. bis 30. Mai durchge­führte Umfrage zeigt, dass die Ein­wohn­er Bangkoks mit Chad­charts Leis­tung noch immer weit­ge­hend zufrieden sind und seine harte Arbeit und sein Engage­ment für die Auf­gabe loben.

Die Umfrage ergab jedoch, dass die Zahl der mit seinen Bemühun­gen unzufriede­nen” Bangkok­er von 7,93 % vor sechs Monat­en auf 10 % am ersten Jahrestag sein­er Amt­szeit in Bangkok gestiegen ist. Auch die Zahl der Ein­wohn­er, die eher unzufrieden” waren, stieg von 10,54 % vor sechs Monat­en auf jet­zt 14,80 %.

Was hat Chad­chart getan?

Chad­chart sagt, seine Stadtver­wal­tung habe sich sowohl um Megapro­jek­te als auch um Kle­in­stvorhaben geküm­mert, um das Leben der Bangkok­er auf kom­mu­naler Ebene zu verbessern.

Wir haben bere­its mehr als 190 Kle­in­st­pro­jek­te in Angriff genom­men”, sagte der Gou­verneur von Bangkok kür­zlich. Während sein­er Wahlkam­pagne hat­te sein Team 216 Kle­in­st­maß­nah­men vorgeschla­gen, die umge­set­zt wer­den soll­ten. Die Fortschritte an dieser Front sind wirk­lich beachtlich.

Chad­chart sagte, dass die Bemühun­gen zur Lösung von Kle­in­st­prob­le­men vielle­icht nicht für alle Bangkok­er große Verbesserun­gen brin­gen, aber sie tra­gen dazu bei, die Stadt für alle lebenswert zu machen.

Wir bag­gern Abwasserkanäle aus, verbessern das Bil­dungswe­sen, instal­lieren mehr Lam­p­en in öffentlichen Bere­ichen, verbessern die Fußwege und ver­legen Kom­mu­nika­tion­sk­a­bel unter der Erde. Die Ergeb­nisse sind heute vielle­icht noch nicht sicht­bar, aber sie wer­den in Zukun­ft immer deut­lich­er spür­bar sein”, sagte der Mann, der im ver­gan­genen Jahr mit einem Reko­rdergeb­nis von 1,38 Mil­lio­nen Stim­men das Rud­er der Bangkok Met­ro­pol­i­tan Admin­is­tra­tion (BMA) über­nom­men hat.

Imma­terieller Fortschritt

Dr. Theer­a­p­at Ung­suchaval, der an der Fakultät für Sozial- und Geis­teswis­senschaften der Mahi­dol-Uni­ver­sität lehrt, sagte, dass es mehr als nur die physis­che Struk­tur der Stadt braucht, um gute Lebens­be­din­gun­gen in Bangkok zu schaffen.

Die Lösun­gen sind also nicht immer greif­bar”, erk­lärte er. Die Öffentlichkeit muss sich bewusst sein, dass es ver­schiedene Dimen­sio­nen gibt, um eine lebenswerte Stadt zu schaffen.”

Sein­er Mei­n­ung nach sollte das BMA unter Chad­charts Leitung seine Botschaft von der Macht der Bürg­er ver­mit­teln und deren Beteili­gung und Engage­ment an der Entwick­lung der Stadt fördern.

Ich habe fest­gestellt, dass Bangkok sich verän­dert. Es ist nur so, dass diese Verän­derun­gen nicht greif­bar sind”, sagte er.

Er fügte hinzu, dass die Bangkok­er bere­its begonnen haben, sich zu Wort zu melden, Empathie zu zeigen, Net­zw­erke zu knüpfen und sich stärk­er für die Ver­wal­tung ihrer Stadt zu engagieren.

Aufze­ich­nun­gen zeigen beispiel­sweise, dass die Stadt­be­wohn­er mehr als 285.000 Prob­leme über den Beschw­erdekanal Traffy Fon­due ein­gere­icht haben, der von der BMA gefördert wurde, nach­dem Chad­chart an die Macht kam. Von diesen Beschw­er­den wur­den mehr als 200.000 bere­its gelöst. Etwa 61.000 weit­ere wur­den an andere zuständi­ge Behör­den weit­ergeleit­et. Der Rest wird derzeit vom BMA bearbeitet.

Theer­a­p­at sagte, der näch­ste Schritt für Chad­chart und das BMA sollte darin beste­hen, die größeren Prob­leme anzuge­hen und den gegen­seit­i­gen Fortschritt zu fördern, damit die Verän­derun­gen greif­bar werden.

Man muss die Men­schen in die Stad­ten­twick­lung ein­beziehen. Man muss Tal­ente ein­laden, um gemein­sam etwas Pos­i­tives zu bewirken”, sagte er.

Er fügte hinzu, dass Chad­chart auch bere­it sein sollte, auf geset­zliche Änderun­gen zu drän­gen, um Prob­leme zu lösen, die sich aus ver­al­teten Arbeitsstruk­turen ergeben.

Es ist zu schwierig, neue Her­aus­forderun­gen mit der alten Struk­tur zu bewälti­gen”, sagte er.

Grüne Leis­tung gut genug”

Son­thi Kotchawat, ein unab­hängiger Umwel­t­ex­perte, gibt Chad­chart eine gute Note” für die Umset­zung sein­er Umwelt­poli­tik. In dem Jahr, in dem Chad­chart Chef des BMA wurde, hat die Haupt­stadt 13 neue öffentliche Parks erhal­ten. Sie erstreck­en sich über ins­ge­samt 21 rai oder 3,36 Hek­tar — etwa so groß wie drei große Fußballfelder. Darüber hin­aus wur­den in Bangkok mehr als 200.000 Bäume gepflanzt, um die Land­schaft und die Luftqual­ität zu verbessern.

Und das BMA plant, noch vor Ende dieses Jahres weit­ere 26 öffentliche Parks zu eröff­nen”, fügte Son­thi hinzu.

Er wies auch darauf hin, dass die meis­ten Teile Bangkoks frei von den Müll­ber­gen sind, die früher bes­timmte Stadt­teile verun­stal­teten. Das Prob­lem des nicht abge­holten Mülls beste­he zwar immer noch, aber es beschränke sich jet­zt auf die an den Kanälen gele­ge­nen Gemein­den, wo die Abhol­ung mit Booten erfol­gen müsse.

Raum für Verbesserungen

Son­thi ist jedoch der Mei­n­ung, dass Chad­chart in sein­er Funk­tion als Gou­verneur von Bangkok mehr für die Umwelt tun kann und sollte. Er habe zum Beispiel die Macht, die Müll­tren­nung an der Quelle verbindlich vorzuschreiben, so der Experte.

Das BMA ist befugt, dies­bezügliche Vorschriften zu erlassen”.

Er fügte hinzu, dass Chad­chart auch nicht den Mut gehabt habe, zu ver­lan­gen, dass die Haushalte ihr Abwass­er selb­st behan­deln. Das BMA schreibe lediglich Fet­tab­schei­der vor, während die Haushalte eigentlich über Sys­teme zur Auf­bere­itung des Abwassers ver­fü­gen müssten, bevor es in die öffentlichen Gewäss­er ein­geleit­et werde, sagte er.

PM2,5 bleibt eine Bedrohung

Son­thi sagte, dass die BMA auch keine ern­sthaften Maß­nah­men zur Bekämp­fung der gefährlichen PM2,5‑Verschmutzung ergrif­f­en habe, trotz des Smogs, der die Haupt­stadt im ver­gan­genen Jahr mehrere Monate hin­tere­inan­der heimsuchte.

Der Gou­verneur von Bangkok ist befugt, Zonen mit niedri­gen Emis­sio­nen zu erk­lären und drastis­che Maß­nah­men zu ergreifen, wenn die Luftver­schmutzung besorgnis­er­re­gend wird. Aber wir haben solche Maß­nah­men noch nicht gesehen”.

Son­thi sagte, Chad­chart hätte auch die Benutzung von Pri­vat­fahrzeu­gen in eini­gen Gebi­eten ver­bi­eten, kosten­lose Bus­fahrten durch­set­zen und kosten­lose Park­plätze zur Ver­fü­gung stellen kön­nen, um die Men­schen zu ermuti­gen, öffentliche Verkehrsmit­tel zu benutzen.

Doch abge­se­hen von Chad­charts Poli­tik, Fab­riken auf Schad­stof­fe­mis­sio­nen zu unter­suchen, habe er kaum Fortschritte bei der Bekämp­fung der chro­nis­chen Luftver­schmutzung in der Stadt gesehen.

BTS Green Line Prob­lem ungelöst

Saree Aong­somwang, Gen­er­alsekretärin des thailändis­chen Ver­braucherver­ban­des, beklagte, dass es Chad­chart nicht gelun­gen sei, die kom­plex­en Prob­leme im Zusam­men­hang mit der BTS Green Line und ihren Ver­längerungsstreck­en zu lösen.

Wir erwarten, dass die BMA diese Prob­leme eins nach dem anderen auf trans­par­ente Weise und unter Berück­sich­ti­gung des öffentlichen Inter­ess­es ange­ht und die Lösun­gen aufzeigt”, sagte sie, aber bish­er bleiben alle Prob­leme bestehen.”

Saree sagte, ihr Rat habe ange­boten, im Stre­it um die 40 Mil­liar­den Baht, die die BMA der BTSC für den Betrieb der Grü­nen Lin­ie schuldet, zu ver­mit­teln, aber eine neg­a­tive Antwort erhalten.

Sie beklagte auch die man­gel­nden Fortschritte bei Chad­charts Vision, einen naht­losen Fahrschein­verkauf für alle öffentlichen Verkehrssys­teme in Bangkok einzuführen.

Es gibt keinen ein­heitlichen Fahrschein für die wichtig­sten Verkehrssys­teme in Bangkok, obwohl das BMA darauf drän­gen könnte”.

Saree räumte jedoch ein, dass Chad­chart einen pos­i­tiv­en Schritt gemacht habe, als er erk­lärte, dass er den Ver­trag mit der BTSC für den Betrieb der Grü­nen Lin­ie nicht ver­längern werde.

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